Warum ist Hilfe dringend nötig

Wenn man sich die Situation in vielen Regionen Indiens vergegenwärtigt, wird sehr schnell deutlich, weswegen Hilfsmassnahmen dringend nötig sind.

Dem eigentlichen Indien begegnet man erst abseits boomender Städte und Tourismuszentren: Dörfer ohne Elektrizität und sauberes Wasser, Hütten, in denen Familien mit ihrem Vieh zusammenleben, ärmliche Behausungen am Strassenrand, geringe Bildung und hohe Arbeitslosigkeit. Viele Menschen haben als Folge von Mangelernährung oder fehlender medizinischer Behandlung massive körperliche Beeinträchtigungen.

Benachteiligte Landbevölkerung

Der Grossteil der Bevölkerung lebt nach wie vor von der Landwirtschaft. Die Böden sind ausgelaugt und durch Pestizide vergiftet. Viele Bauern verschuldeten sich zu horrenden Zinssätzen für angeblich besseres, westliches Saatgut, das leicht dem heftiger gewordenen Monsun oder der Dürre zum Opfer fällt. Eine hohe Anzahl an Selbstmorden unter den Bauern alarmierte die indische Öffentlichkeit. Mangels Bildung haben sie kaum berufliche Alternativen und damit keine Aussicht auf ein geregeltes Einkommen.

Massnahmen des Staates

Es gibt einige  staatliche Ernährungs-, Beschäftigungs- und Bildungsprogramme, doch sie scheitern oft in der Praxis. Nur wenig kommt bei den Bedürftigen an, die unter anderem durch weit verbreiteten Analphabetismus zu unwissend sind, um ihre Rechte einzufordern. In einigen Gegenden führt die Not zu massiven Alkohol- und Drogenproblemen, was die Situation noch weiter verschlimmert.

Soziale Diskriminierung

Darüber hinaus prägen jahrhundertealte Vorurteile das Denken, wie das immer noch nicht überwundene Kastensystem und die Geringschätzung der Frau. Wenn sie überhaupt in die Schule gehen können, werden Kinder aus niederen Kasten bewusst oder unbewusst von den Lehrern benachteiligt und bleiben dadurch öfter der Schule fern. Es kommt nicht selten vor, dass staatliche Lebensmittelrationen von den Zuständigen lieber an das Vieh verfüttert werden, weil man den Armen und ‚Unberührbaren‘ nicht begegnen will. Mädchen werden sehr häufig abgetrieben, weil ihre Mitgift später zu teuer wird. Lässt man sie aufwachsen, gilt die Einstellung, eine Ausbildung für Mädchen lohne sich nicht.

Solange dieser Zustand andauert, sind über Kontinente hinweg Mitmenschlichkeit und Solidarität gefordert.

Wir wollen die Probleme von der Wurzel her angehen. Da sie ineinandergreifen, liegt unser Augenmerk auf den Schwerpunkten Bildung,  Mädchen- und Frauenförderung sowie umfassende medizinische Versorgung.

Diese drei Bereiche beeinflussen sich wechselseitig: Krankheit bei fehlender Behandlung führt zu langfristigen Ausfällen bei der Arbeit und beim Schulbesuch. Arbeitsunfähigkeit bedeutet in den benachteiligten sozialen Schichten kein Geld und damit Hunger und Mangelernährung. Verhinderter Schulbesuch durch Krankheit oder durch Ausgrenzung, z.B. der Mädchen, wirkt sich auf die beruflichen Möglichkeiten und damit auf die grundlegenden Lebensbedingungen aus.
Mangelnde Bildung begünstigt alte Denkstrukturen und Verhaltensmuster. Das behindert gesellschaftliche Veränderungen wie z.B. die Gleichstellung der Frau. Damit entfällt u.a. auch zusätzliches Einkommen. Es ist statistisch erwiesen, dass in Ländern, in denen die Frauen Anteil an Bildung haben, die Armut weitaus geringer ist.

So kann man mit gezielten Massnahmen doch einiges bewirken für Menschen, die in ihrer Gesellschaft nach wie vor ein Schattendasein führen. Oft kann schon eine kleine Spende helfen, diesen Menschen neue Chancen und eine selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen.